Anker Andersen A/S
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Bestimmungen zum Einweg-Pfandsystem – Dänemark

Seit Jahrzehnten gibt es in Dänemark bereits ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen, doch anfangs nur für Mehrwegverpackungen. In vielen Läden und Supermärkten stehen seit Jahren Rücknahmeautomaten, um die Rücknahme zu vereinfachen. Aus Gründen des Umweltschutzes war die Verwendung von Einweg-Getränkeverpackungen lange Zeit stark eingeschränkt, und die Verwendung von Aluminiumdosen war in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts völlig verboten. Da dies aber EU-Recht verletzte, musste Dänemark dies ändern. Die dänische Regierung entschied sich im Zuge der Anpassung an das EU-Recht dafür, ein Pfandsystem für in Dänemark vermarktete und verkaufte Einweg-Getränkeverpackungen einzuführen. 

Die entsprechende gesetzliche Grundlage wurde im Jahr 2000 vom dänischen Parlament verabschiedet und zuletzt 2007 angepasst, was das Gesetz aber nicht grundlegend änderte. Ziel des Pfandgesetzes war es, bis zum 1. Januar 2008 eine Recyclingquote von mindestens 95 % bei Einweg-Getränkeverpackungen zu erreichen. 

Dafür wurde eigens vom dänischen Umweltministerium Dansk Retursystem A/S gegründet, um Einführung, Verwaltung und Betrieb des Pfandsystems in Dänemark zu organisieren.  

Verkauft ein Hersteller oder Importeur Getränke an Händler in Dänemark, stellt dieser nicht nur den Preis des Getränkes sondern auch das Pfand für die Getränkeverpackung dem Händler in Rechnung. Einmal monatlich wird das von den Herstellern und Importeuren eingenommene Pfand an Dansk Retursystem A/S überwiesen. Wenn die gebrauchten Getränkeverpackungen an die Läden und Supermärkte zurückgegeben sind, entweder mithilfe von Rücknahmeautomaten oder manuell, werden sie zu einer der beiden Zählzentren von Dansk Retursystem A/S gebracht, um hier registriert, gezählt und sortiert zu werden. Aufgrund der registrierten Leergutmenge zahlt Dansk Retursystem A/S das Pfand an die Läden und Supermärkte zurück. 

Nicht ausgezahltes Pfand von gebrauchten, von den Verbrauchern nicht zurückgegebenen Getränkeverpackungen, die somit nicht recycelt werden können, wird von Dansk Retursystem A/S einbehalten und teils in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bei der Rücknahme bei Händlern und teils in die Förderung von Programmen in den Bereichen Soziales und Umwelt investiert. Alle Hersteller, Abfüller und Importeure von Getränkeverpackungen müssen mit Dansk Retursystem A/S einen Vertrag abschließen, um ihre Produkte in Dänemark legal absetzen zu können. 

Dansk Retursystem A/S finanziert sich auf folgende Weise: 

  • Anmeldegebühren
  • Logistikgebühren
  • Rückführungsgebühren

Dansk Retursystem A/S zahlt allen Läden und Supermärkten eine Gebühr, um für die Kosten bei der Bearbeitung der leeren Mehrweg- und Einweg-Getränkeverpackungen aufzukommen. Die Läden und Supermärkte wiederum zahlen eine Verwaltungsgebühr an Dansk Retursystem A/S für entstehende Kosten bei der Verwaltung der nationalen Datenbank aller Läden und Supermärkte. 

Zusätzlich zu diesen Gebühren zahlen alle Hersteller, Abfüller und Importeure eine sogenannte Verpackungsgebühr, die eine Art Umweltabgabe darstellt. Diese Abgabe ist für jede vermarktete Getränkeverpackung zu leisten. 

Alle o. a. Gebühren (außer der Verpackungsgebühr) werden von Dansk Retursystem A/S jährlich bestimmt und von der dänischen Umweltagentur genehmigt. Dansk Retursystem A/S betreibt zwei Zählzentren in Dänemark mit insgesamt 28 HLZ Großzählanlagen. 

Im Jahr 2006 – zwei Jahre, bevor die Zeit von Dansk Retursystem A/S als alleiniger Betreiber des Pfandsystems in Dänemark ursprünglich enden sollte – wurde die Umweltagentur vom Umweltministerium ersucht, Betrieb und Effizienz des 2002 eingeführten Rücknahmesystems zu überprüfen. Der Bericht wurde im Dezember 2006 veröffentlicht. 

Darin wird festgestellt, dass das System aus Sicht aller Beteiligten wie Verbraucher, Händler, Hersteller und Importeure, zufriedenstellend arbeitet. Anfang 2002 behaupteten kleine Importeure ausländischer Biere, das System sei zu teuer und somit eine Importbeschränkung, die die Vermarktung anderer Biermarken auf dem dänischen Markt begrenzen würde. In Wirklichkeit zeigte sich aber zwischen 2002 und 2006 eine vollkommen andere Entwicklung: 

  • Die Menge an importiertem Bier stieg von 4 Mio. auf 13 Mio. Liter.
  • Die Anzahl der Brauereien und Importeure stieg von 269 auf 343.
  • Die gesamte Auswahl an Bieren (unterschiedliche EAN) stieg von 2050 auf 4918. 

Das eigentliche Ziel – die Erreichung einer Rückführungs- und Recyclingquote von nicht weniger als 95 % bis Ende 2005 – wurde nicht erreicht. Sie betrug zu dem Zeitpunkt lediglich 84 %. Man wollte aber das ursprüngliche Ziel bis zum Jahr 2008 erreichen (keine aktuellen Zahlen verfügbar). 

Der Bericht fasst zusammen, dass das dänische Pfandsystem weitestgehend effizient arbeitet und die Umweltschutzziele innerhalb der kalkulierten Kosten erreicht wurden. In letzter Zeit sind noch weitere Verpackungen ans Pfandsystem angeschlossen worden, damit noch mehr Verpackungsmaterial für neue Produkte wiederverwertet werden kann und nicht in den Haushaltsmüll gelangt. 

Nützliche Links

Dansk Retursystem A/S

Dänisches Umweltministerium 

Dänische Umweltagentur 
Anker Andersen A/S   |   Anker Andersens Vej 1   |   7160 Toerring   |   Dänemark   |   Tel: +45 7033 2233   |   Fax:+45 7033 2244   |   info@anker-andersen.com